Versöhnung

Hier ist eine Meditation eines spirituellen Versöhnungsprozeßes zwischen Opfern und Tätern aller Zeiten, in dem ich als Sprecherin mir beiden einen Dialog führe. - (Das bedeutet nicht, daß es notwendig ist, auf diese Weise mit den Toten zu reden, denn diese fühlen die Energie jenseits der Worte. Die Worte sind für die Lebenden, damit sie die entsprechende heilende Energie in sich erzeugen können):

Wer diesen Prozess selber machen will, sollte vorher  Verbindung herstellen zum Zentrum des Körpers im Bauch, zur Erde, Sonne, Universum, den Elementen, der Zeit und Gott, der Quelle allen Seins und um Inspiration, Kraft und Weisheit bitten.

2) An die Opfer:
  • Das hätte nie passieren dürfen, so etwas sollte nie irgend jemandem passieren.
  • Es war nicht gerecht. Es war falsch.
  • Es hat überhaupt nichts mit dir zu tun, sondern nur mit dem schlimmen Zustand des Verursachers. Er/sie war unfähig, handelte gewalttätig, selbstsüchtig und verantwortungslos.
  • Ich danke dir, daß du die Erinnerung über diese lange Zeit hinweg bewahrt hast. Es tut mir sehr leid, daß du so lange im Schmerz ausharren musstest.
  • Vielleicht hat es sich so angefühlt, als ob es überhaupt keine Liebe, kein Licht, keine Gerechtigkeit für dich gäbe, als ob Gott dich verlassen hätte.
  • Es war sicher sehr verwirrend, daß die, die von der Erlösung sprachen, dir Schmerz, Demütigung, Verzweiflung und Isolation brachten. Das war falsch. Das hat nichts mit dir zu tun, sondern mit den Handlungen deiner Peiniger aus Unwissenheit, Irrtum, Unaufrichtigkeit, Gewaltbereitschaft und haltloser Eigensucht.
  • Es ist normal, wenn du Wut verspürst. Das ist ein Zeichen, daß du dich schützen willst, daß du die Situation verändern willst. Das ist gesund.
  • Stell dir vor, daß du kraft deiner Wut, die Aufmerksamkeit deiner Peiniger erreichst und ihnen mitteilst, in welcher Weise du sie korrigieren möchtest, was du von ihnen sehen möchtest: Stell dir vor, aus Unwissenheit wird Bewußtheit, aus Gewalttätigkeit werden Kreativität und Humor, aus Irrtum Klarheit, aus Eigensucht wird liebevolle Hingabe, aus Unaufrichtigkeit wird Authentizität, aus Haltlosigkeit wird zuverlässige Verantwortlichkeit ..
  • Es tut mir so leid, daß dir das alles passiert ist. Ich möchte dich stellvertretend für die Verursacher um Verzeihung bitten. Ich kenne die Ursachen, die zu solchem Verhalten führen auch in mir selbst, Gewaltbereitschaft, Unwissenheit, Unfähigkeit, Eigensucht, Irrtum, Unaufrichtigkeit, Haltlosigkeit, Verantwortungslosigkeit.
  • Ich verspreche, ich werde mich darum kümmern, daß ich selbst und andere lernen, was nötig ist, damit solche Verletzungen weder im Großen noch im Kleinen mehr stattfinden.
  • Ich danke dir zutiefst und achte dich, daß du diesen schmerzvollen Weg in unserer gemeinsamen menschlichen Geschichte gegangen bist und damit zum gemeinsamen Lernen beigetragen hast.
  • Ich wünsche mir, daß wir gemeinsam verstehen und jetzt spüren, daß das Elend nie das Ende ist, daß keine Geschichte je im Elend endet, sondern daß danach immer Licht, Liebe und glückliche Gefühle kommen, weil wir das so spüren, damit übereinstimmen und danach handeln.
  • (je nach Gefühl): Es steht dir aber frei, in Getrenntheit, Schmerz und Wut zu verharren, solange Du das so willst. In diesem Fall sind bei der Macht Gottes, der Quelle allen Seins, alle Menschen, alle Vorgänge und alle Dinge des ewigen Lebens auf Erden davor geschützt und für dich unerreichbar. (dann wieder von vorne ...)

3.) An die Täter
  • Es steht dir frei, in Getrenntheit, Angst und Böswilligkeit zu verharren, solange Du das so willst. In diesem Fall sind bei der Macht Gottes, der Quelle allen Seins, alle Menschen, alle Vorgänge und alle Dinge des ewigen Lebens auf Erden davor geschützt und für dich unerreichbar.
  • Du bist nicht anders. Auch du gehörst zu der Schöpfung.
  • Du hast dich dem Verlangen nach Macht, Kontrolle, Reichtum, vielleicht dem Sadismus und der Lust daran Schmerz und Angst zu verursachen hingegeben. Da bist du nicht allein. Das ist eine Herausforderung für alle von uns.
  • Die Quelle deines Verlangens ist das Verlangen nach innerer Verschmelzung mit dem Göttlichen. Deshalb wirken alle Muster, die an göttliche Eigenschaften erinnern,– z.B. Allmacht, Überfluß, schranklenlose Freiheit, Kontrolle, Berauschung -  attraktiv, erregend und haben das Potential süchtig zu machen.
  • Du hast Dinge getan, die diese Zustände hervorbrachten, aber sie haben nur eine leere Befriedigung erzeugt, die dich tiefer und tiefer in die Trennung von Gott trieb, die mehr und mehr Verzweiflung schaffte, die wiederum durch weitere intensive, leidbringende Handlungen gelindert werden sollte.
  • Es gibt keinen Teufel, sondern nur erfolglose und fehlgeleitete Versuche göttlich zu sein. Du bist nicht anders als alle anderen auch.
  • Ich lade dich ein, dich dem Licht der Wahrheit auszusetzen, so wie ich selber mich dazu entschlossen habe, dieses Licht auszuhalten. Ich bin nicht besser als du. Ich kenne die selbe Versuchung, habe die selbe Befriedigung verspürt, kenne auch die Neugier, nur vielleicht in einem anderen Maßstab, weniger intensiv. Aber das ist kein goßer Unterschied.
  • Ich habe mich dazu entschlossen, die Befreiung vom Leidensdruck im Inneren zu suchen, dadurch, daß ich zu meinem wahren Sein heimkomme. Es gibt diese Möglichkeit der inneren Vereinigung. Ich lade dich ein, diese gleiche Wahl zu treffen.
  • Es ist unmöglich, dich vom Leidensdruck zu befreien, indem du andere Wesen benützt, sie in deine Gewalt zwingst, selbst wenn du glaubst, sie hätten dir auf irgendeine Art Unrecht getan.
  • Niemand ist besser oder schlechter. Wir haben unterschiedliche Schicksale, probieren verschiedene Ideen aus, verwirklichen verschiedene Aspekte des menschlichen Lernexperiments.
  • Ich achte dich dafür, daß du deinen wichtigen und schwierigen Weg gegangen bist, der es uns allen ermöglicht zu lernen, Weisheit und Stärke zu entwickeln.
  • Ich nehme deine Angst wahr.
  • Du fühlst dich hilflos und ausgeliefert angesichts des anstehenden Gerichts.
  • Du benützt deine Böswilligkeit um das Gefühl der Angst zum Verstummen zu bringen.
  • Wenn Du nicht Böswilligkeit verbreiten würdest, dann hättest du furchtbare Angst.
  • Ich möchte dich dazu ermutigen deine Angst als Erregung wahrzunehmen. Erregung über die Möglichkeit, dein schweres Schicksal, das Schicksal des schuldig Gewordenen, zu meistern. Was für eine Erregung, was für ein Zittern, die Wut der von dir Verletzten wahrnehmen, den von dir verursachten Schmerz anerkennen, das abgründige Bedauern in deiner eigenen Seele spüren, mit den Augen Gottes sehen auf dein Selbst schauen.
  • Wahrnehmen, wie deine Entscheidungen deine Welt gestaltet haben und noch gestalten. Wie du in diesem Sinne die alleinige und volle Verantwortung für das Böswillige in deiner Welt trägst. „The buck stops here.“ Der schwarze Peter bleibt bei dir. Da ist kein anderer verantwortlich, kein anderer, dem du die Schuld zuschieben könntest.
  • Du bist persönlich, ursächlich verantwortlich für alles Böswillige in deiner Welt. Was tust du jetzt? (siehe oben, es steht dir frei...)
  • Ich möchte dir Mut machen, deine Wirklichkeit unverfälscht wahrzunehmen, dich dem Fluß der Realität anzuvertrauen, ohne dich selbst retten oder in Sicherheit bringen zu wollen.
  • Stell dir vor, du würdest jetzt den festen Entschluß fassen, dich deiner Wahrheit vollständig zu stellen, als ersten rechten Schritt, alles daran zu setzen, daß die lebensverneinenden Konzepte und Verhaltensweisen, die dich als Täter ausmachten sowie auch alle Folgeerscheinungen vollständig erkannt, durchschaut und dadurch unschädlich gemacht werden.
  • Wie fühlst du dich? Kannst du dich mit Gottes Augen sehen?
  • Spürst du die innere Verbindung mit dem Göttlichen in dir?
  • Ich möchte dich bitten, unsere gesamte menschliche Familie wahrzunehmen, wie deine Geschichte Parallelen aufweist zu so vielen Geschichten, wie die Schwierigkeit, dich deiner eigenen Wahrheit, deiner Schuld zu stellen, die Schwierigkeit vieler Menschen ist.
  • Die dadurch hervorgerufene Stockung bewirkt eine Verhinderung des Lernens, des Weiterentwickelns. Es ist eine Stockung, die die gesamte Menschheit an den Rand des Abgrundes gebracht hat. Du bist nicht anders. Wir haben alle die gleiche Schwierigkeit.
  • Ich bitte dich, deinen Lösungsweg so vielen Betroffenen wie möglich in Politik, Wirtschaft, Finanzwesen, Militär, Erziehung, Kirchen und anderen Bereichen zugänglich zu machen.
  • Ich danke dir und achte dich dafür, daß du einen so wichtigen und schwierigen Weg gehst, einen, den wir alle lernen müssen, von dem allerwichtigste Lernimpulse für unsere gesamte Entwicklung und unser Überleben auf dieser Erde ausgehen.
  • (wenn nötig:) Es steht dir frei, in Getrenntheit, Angst und Böswilligkeit zu verharren, solange Du das so willst. In diesem Fall sind bei der Macht Gottes, der Quelle allen Seins, alle Menschen, alle Vorgänge und alle Dinge des ewigen Lebens auf Erden davor geschützt und für dich unerreichbar. (dann wieder von vorne)

No comments:

Post a Comment